vom Lang-See-Hof


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Beißhemmung

Quietschspielzeug für Hunde kann die Beißhemmung senken

An Quietschspielzeugen für Hunde, auch "Quietschies" genannt, scheiden sich die Geister der Hundefreunde. Während die einen sich köstlich darüber amüsieren, dass ihre Hunde bei jedem draufbeißen ein schrilles quietschendes Geräusch erzeugen, verursacht das Gequieke bei den anderen eher Kopfschmerzen und strapaziert die Nerven. Aber ob man sich für oder gegen Quietschspielzeuge für Hunde entschiedet ist mehr, als eine reine Geschmacksfrage, denn die quiekenden Hundespielzeuge können die Beißhemmung des Hundes bzw. des Welpen herab setzen.

Die Erklärung ist einfach: spielen Hundewelpen miteinander, und einer zwickt versehentlich im Spiel etwas zu feste zu, jault der andere kurz auf und zieht sich für einen Moment vom Spiel zurück. So lernt der Welpe, der etwas zu grob war: "Aha, wenn ich zu fest zwicke, ist das schöne Spiel vorbei. Schade!" Auf diese Weise lernt er spielerisch, die Bisskraft zu kontrollieren und im Spiel nur soweit einzusetzen, dass er dem Spielpartner nicht weh tut - schließlich will er ja weiter spielen und empfindet es auch als eine Art "Strafe", wenn sich der Spielpartner plötzlich aus dem lustigen Spiel zurückzieht. Dem Zusammenleben mit dem Mensch kommt es das sehr entgegen, dass man sich genau dieses Prinzip zu Nutze machen kann. Zwickt der Welpe mal zu fest zu, 'jault' man kurz auf und beendet das Spiel einfach.

Ein Quietschspielzeug "jault" auch laut auf, doch im Gegensatz zum lebenden Spielpartner, kann das Quietschie das Spiel nicht beendet. Ein zu festes Zubeißen hat also keinerlei Konsequenzen für den Hund, denn das Spiel geht immer munter weiter. Viele Hundeexperten raten daher von Quietschspielzeugen für Hunde dringend ab. Ganz besonders dann, wenn auch noch Kinder im Haushalt leben.

Das soll natürlich nicht bedeuten, dass sich der Hund automatisch zur reißenden Bestie entwickelt, die unkontrolliert zubeißt, nur weil er mal mit einem Quietschie gespielt hat. Aber Quietschspielzeuge können die Beißhemmung durchaus zurück setzen. Und wenn dies einmal geschehen ist, wird ein Umlernen schwierig. Warum sollte man dem Hund bzw. Welpen also das Leben unnötig schwer machen, wenn es doch so viel sinnvollere Hundespielzeuge gibt? Wir raten von Quietschies ab. Und ganz nebenbei bemerkt - ihre Nerven werden es Ihnen sicher auch danken, wenn sie auf Quietschspielzeuge verzichten.

Quelle hundetipps

Beißhemmung

Die Beißhemmung zu trainieren ist eine der wichtigsten Aufgaben, die in der Prägezeit von Welpen erlernt werden muss. Jeder, der sich einen Welpen nach Hause holt, merkt sehr schnell, mit welch spitzen Zähnchen das neue Familienmitglied ausgestattet ist. Schnell merkt der Mensch, dass das anfangs zurückhaltende Knabbern zum festen Zwicken wird und der Hund mit Vergnügen seine Beißtechniken vorführt. Das Beißen an sich ist ein ganz normales Spielverhalten, was in seiner Ausprägung aber unbedingt gesteuert werden muss.
Die beste Art, die Beißhemmung zu üben, ist den Hund möglichst häufig mit gleichaltrigen Artgenossen spielen zu lassen. Denn schon von der Mutter bekommt der Welpe schnell gezeigt, wenn er allzu rabiat versucht, an seine Milch zu kommen. Wird es der Mutter zu unangenehm, steht sie auf und die Fütterung ist unterbrochen. Dies merkt sich der Welpe sehr schnell und wird das nächste Mal wesentlich vorsichtig rangehen.
Genauso ist es im Spiel unter Geschwistern. Die Welpen lernen untereinander ihre Kräfte einzuschätzen und nur bis zu einem gewissen Teil davon Gebrauch zu machen. Wenn ein Welpe einen anderen zu stark zwickt, gibt er ein hohes Quietschen von sich, steht auf und geht. So lernt der "Zwicker": beiße ich zu stark, ist das schöne Spiel beendet! Wenn Sie also in die Situation kommen, in der ihr Welpe mit einem anderen Welpen spielt und einer der Hunde gibt solch ein Quietschen von sich, bleiben Sie ruhig! Beobachten Sie, ob es sich um einen kurzen Vorfall handelt und die Hunde nach einer kurzen Unterbrechung schön weiterspielen. Sollte dem so sein, greifen Sie nicht ein.
Wenn sich die Situation allerdings so entwickelt, dass einer der Welpen sein wildes Spiel nicht unterbricht und einer der beiden die meiste Zeit unten liegt und häufiger quietscht, gehen Sie dazwischen und trennen Sie die Hunde. Dann ist das Spiel beendet.
Genau dieses Verhalten der Hunde untereinander machen wir uns auch zuhause zunutze: Wenn der Welpe im Spiel zu fest zwickt und sich regelrecht in das Spiel hineinsteigert, versuchen Sie es zuerst mit einem möglichst hoch gesprochenen "AUA" oder ernstes "AUS". Lässt der Welpe von Ihnen ab, loben Sie ihn, aber nicht mit Ihrer Hand, denn Ihr Welpe ist noch so aufgedreht, dass er sofort wieder in Ihrer Hand reinzwicken wird. Hier kommt das verbale Lob. Versuchen Sie auch nicht die Hand immer wieder weg zu ziehen, sonst entsteht ein Spiel aus dieser Situation, dieses Spiel heißt: Fang die Hand!
Sollte das "AUA" nicht den gewünschten Erfolg zeigen, stehen Sie unmittelbar auf und beenden das Spiel für eine kurze Zeit (ca. 2 Min.). Versuchen Sie es dann erneut. Der Welpe merkt sehr schnell, dass das Spiel, immer wenn er zu rabiat ist, unterbrochen wird. Und das ist nicht in seinem Sinne. Wenn Sie dieses "AUA" oder notfalls die Unterbrechungen konsequent durchführen, bekommen Sie mit der Zeit einen ganz sanften Hund mit einer super antrainierten Beißhemmung.
Achten Sie bitte darauf, dass Sie, wenn Kinder in Ihrem Umfeld leben, den Hund schon für ein Zwicken korrigieren, das Sie selbst als noch nicht zu schmerzhaft empfinden. Das Schmerzempfinden ist bei Ihnen natürlich wesentlich größer. Es sollte von allen Familienmitglieder, immer nur so ein Zwicken zugelassen werden, wie es der Schmerzempfindlichste vertragen kann. Der Welpe kann in diesem Alter noch nicht trennen, dass er mit einer Person wilder spielen kann, als mit einer anderen.

Autor Lynn Garbrecht






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copyright by Nicole Lange - aktualisiert am 16 Dez 2011
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